Erfolgsgeschichte

Easy Jump

OZ-Existenzgründerpreis: Mecklenburg-Vorpommerns größte Trampolinhalle

18 Attraktionen auf 3500 Quadratmetern: Mit dem „Easyjump“ katapultieren sich zwei Brüder an die Spitze und gewannen damit den OZ-Existenzgründerpreis 2020 in der Kategorie "Mut in der Selbstständigkeit". Die OZ schaut auf einen Sprung im Schweriner Funpark vorbei.

Von Ostsee-Zeitung -28. Dezember 2020

Easy Jump Trampolinhalle

Easy Jump-Gründer Enis Sungar und Ender Sungar. Foto: Timo Roth

Die Kunden von Enis (38) und Ender (34) Sungar gehen ständig in die Luft. Die beiden Brüder freut’s. Was andere Unternehmer verzweifeln lassen würde, entlockt ihnen Jubelschreie. Schließlich beweist es, dass ihr Geschäftsplan aufgeht. Die Sungars betreiben Mecklenburg-Vorpommerns größte Trampolinhalle – das „Easyjump“ in Schwerin.

Der XL-Indoor-Spielplatz versteckt sich in einer Halle im Gewerbegebiet. Wo früher Tennisspieler Bälle übers Netz schmetterten, hopsen jetzt Kinder und Junggebliebene aus ganz Mecklenburg-Vorpommern in einem 3500 Quadratmeter großen Sprungtücher-Park umher. Normalerweise. Bedingt durch die Corona-Pandemie und den Wellenbrecher-Lockdown ist Toben derzeit tabu.

Heute tollen die Chefs allein über die Matten. „Yippie!“, juchzt Ender Sungar, als er wie ein Flummi über ein Feld aus 50 Trampolinen springt. Dann macht er auf Dschungelkönig: Wie Tarzan an der Liane schwingt sich der 34-Jährige am Trapez von einem Podest. Er lässt los und landet butterweich – in einem mit Schaumstoffwürfeln gefüllten Becken. Während sich Ender Sungar durch die Quader wühlt und immer wieder darin versinkt, kriegt er sich vor Lachen kaum ein.

Bälleschlacht auf Sprungtüchern

Doch eine Verschnaufspause gibt’s nicht: Weiter geht’s in die Dodgeball-Arena. Dort werfen sich die Brüder die Schaumstoffbälle um die Ohren, während sie durch den Matten-Court hüpfen. Völkerball, nur viel lustiger. Die Sungars kichern, necken sich, sticheln sich gegenseitig an. Kindisch? Na klar! „Wir wollen gar nicht erwachsen werden!“

Das geht anderen ähnlich. Was früher Kinder in Vorgärten belustigt hat, bringt heute Hüpfer jeden Alters in Bewegung und hat sich quasi sprunghaft zum Trend entwickelt. Deutschlandweit schießen Trampolinhallen und Jump Houses wie Pilze aus dem Boden.

Enis und Ender Sungar sind vor einigen Jahren in den USA auf das Konzept aufmerksam geworden. „Anfangs war’s eine Schnapsidee, aber je mehr wir uns damit beschäftigt haben, desto klarer wurde uns: Das wollen wir auch machen. Wir hatten einfach keinen Bock mehr auf Büro“, erzählt Enis Sungar und lacht.

Um sich den Traum vom Funpark zu erfüllen, haben die Brüder viel aufs Spiel gesetzt: Sie gaben ihre Jobs als Groß- und Einzelhandelskaufleute auf, investierten Erspartes, nahmen Kredite auf. Dass sie sich mit Trampolinen selbstständig machen wollen, hat selbst ihre Liebsten überrascht. „Unsere Frauen haben ganz schön geguckt“, sagt Ender Sungar und schmunzelt. Doch die Familie zog mit – im wahrsten Sinne des Wortes. „Wir haben in Hamburg alles aufgegeben und sind mit Kind und Kegel nach Schwerin gezogen.“

Die Wahl fiel nicht zufällig auf Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt. Während in ihrer Heimatstadt Trampolinhallen nichts Neues waren, fanden die Sungars in Schwerin unbespielte Fläche. Und Gestaltungsspielraum: Im Gewerbegebiet haben sie eine ehemalige Tennishalle in einen Trampolinpark verwandelt, der sich schon aufgrund seiner Größe an die Landesspitze katapultiert.

Einmal wie ein Stuntman fühlen

18 Attraktionen auf 3500 Quadratmetern – wer auf einen Sprung im „Easyjump“ vorbeischaut, bekommt jede Menge Action serviert. Sich einmal wie ein Stuntman fühlen? Kein Problem, einfach rauf aufs Trampolin, einen Salto hinlegen und dann im wolkengleichen XL-Luftkissen landen. Möchtegern-Dirk-Nowitzkis holen sich den Adrenalinkick im Basketball-Court. Dort glücken Slam Dunks dank Sprungtuch kinderleicht. Wer noch höher hinaus will, geht auf olympischen Trampolinen an die Decke.

Der Spaßfaktor ist groß, die Anstrengung auch: Beim Dauerhüpfen kommen selbst die „Easyjump“-Chefs aus der Puste. „Das ist das Gute: Man macht Sport und merkt es nicht. In einer Stunde kann man hier locker 1000 Kalorien loswerden“, sagt Enis Sungar. Wer die wiederhaben will, gönnt sich einen Snack in vier Metern Höhe – im Sky-Lounge-Café. Aufgetischt wird auch neben dem Parcours: In einem speziellen Bereich lassen sich Familien bei Geburtstagsfeiern Pizza und Freundeskreise bei Junggesellenabschieden Kaltgetränke schmecken.

Senioren und Schüler hüpfen um die Wette

Überhaupt ist das Publikum vielfältig: Schulklassen und Seniorengruppen toben sich im „Easyjump“ ebenso aus, wie Profisportler und Couchpotatoes. Letztere sollen demnächst unter Anleitung in Schwung kommen: Im kommenden Jahr wollen die Sungars Jumpfit-Kurse anbieten.

Damit bei aller Hüpferei niemand zu Schaden kommt, schicken die Sungars bei Regelbetrieb sechs ihrer 20 Mitarbeiter als Aufpasser auf die Fläche. Ihr Job ist turbulent: Wenn Corona es zulässt, hüpfen bis zu 140 Leute zeitgleich in „Easyjump“-Socken durch die Halle. Die Chefs dagegen kommen selbst nur noch selten dazu. Sie kümmern sich hinter den Kulissen darum, dass der Laden läuft. Im Lockdown aber gönnen sie sich den Spaß.

Nach einer Stunde haben Enis und Ender Sungar die Sprungfedern und die eigene Kondition genug strapaziert. Der Lohn: Glücksgefühle. Geht es nach den Brüdern, sollen die bald auch wieder andere spüren. Die „Easyjump“-Chefs hoffen, dass sie ihre Halle schnell wieder für Besucher öffnen können. „Und wenn sich die Leute dann bei uns ausgepowert haben und mit einem Lächeln und verschwitzem T-Shirt hier rausgehen, dann sind wir rundum glücklich.“  (Antje Bernstein)

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